Am Wochenende 21./22. Januar unter Minus-Temperatur fand das Kangeiko (Winter-Training) in Waldniel mit dem Gast-Lehrer Gerald Zimmermann aus Schweiz statt. Wir hatten vor dem Kangeiko ungewöhnlich milde Temperatur für den Winter, aber es wurde richtig kalt rechtzeitig. Am Freitag kamen einige Teilnehmer aus Niederland und Frankfurt.
Am Samstag wurde der 1. Tag mit dem Yawatashi durch Ite Gerald, Daiichi Kaizoe Beate, Daimi Kaizoe Michael eröffnet. Alle Teilnehmern erst zwei Pfeile (Hitote) in der Gruppe geschossen und anschließend von zwei Lehrer (Gerald und Shige) jeweilige Korrekturen erhalten. Am Nachmittag führte Gerald ein Mochimato-Sharei mit zwei Kaizoe durch (Daiichi Kaizoe Mari, Daini Kaizeo Angie). Anschließend haben die Teilnehmer in Standform geschossen und die individuelle technische Korrekturen erhalten. Es war für alle Teilnehmer eine Herausforderung in der Kälte ganzen Tag im ungeheizten Raum zu trainieren, aber es ist halt „Übung“ in der unterschiedlichen Bedingungen und Gegebenheiten.
Am Sonntag hat Shige das Yawatashi mit dem Kaizoe vorgeschossen (Daiichi Kaizoe Nobue, Daini Kaizoe Jonas) Anschließend haben wir morgens TaiHai und nachmittags Schießtechnik geübt. Es gab einige, die erstmal den Kimono anhatten. Deshalb hatten wir die Zeit genommen, Tasuki-Sabaki und Hada-Nugi und -Ire Training zwischendurch zu üben.
am 1.1.2023 hat das Neujahrsschießen ab 13 Uhr in Waldniel stattgefunden. Es ist eine Tradition, direkt am ersten Tag mit dem Schießen zu beginnen.
Nach dem Yawatashi durch Ite Shige, Daiichi kaizoe Beate, Daini Kaizoe Michael haben alle Teilnehmer insgesamt 10 Pfeile in der Gruppe geschossen. Mit 7/10 Treffer sicherte Michael den 1. Platzt. Den 2. Platz erreichte Beate nach dem Stechen (Enkin-Verfahren) mit Giesel, die auch 6/10 Treffer hatte.
Anschließend fand das Ziel-Spiel (Matoasobi) statt. Vorerst haben die Teilnehmer auf Jahresmatos (Michael und Beate traff die Matos) und anschließend Klein golden Mato (Kinteki) geschossen. Das hightlight JahresMato hat Armin nähe von den golden Punkt getroffen.
am 26.11.2022 hat die Jahreshauptversammlung des Vereins mit 11 Teilnehmer stattgefunden. Nach der Versammlung haben wir mit dem Essen über die 10 jährige Jubiläumsveranstaltung für des nächstes Jahr gesprochen.
schon 2. Mal fand das Gesschuku mit Däne von 12. bis 14. August in diesem Jahr in Waldniel statt. Insgesamt 10 Teilnehmer kamen abends am Freitag angekommen und nach dem Abendessen haben die Teilnehmer in der Nacht geschossen.
Am beiden Tage starteten wir mit dem Morgen Gymnastik im Dojo. Unter ca. 30 Grad haben einige Teilnehmer im Kimono geschossen und Sharei geübt. Es ist natürlich nicht die optimalste Bedingung mit dem Kimono, deshalb lohnt es sich zu üben.
Durchgehend wurden die Teilnehmer versorgt von @heikeskitchen und waren sehr glücklich mit dem Training und Essen.
Am 7.August hatten wir erstmal Grill im Garden nach dem Training. Die Anlass war, dass wir vom Nachbar 10x Würstchen erhalten haben, die bei der lokalen Metzger hergestellt wurden. Beim Zufall hatte Joachim einen ungenutzten Grill zuhause und direkt erst Einsatz für uns gedient. Heike hat außerdem mehrere andere Gerichte zubereitet, so dass Sie als Vegetarier auch den Grill beteiligen konnte.
Am 19.06.2022 nahmen Shige, Joachim, Sabine und Dagmar an den Nordrhein-Westfälischen Kyudo-Meisterschaften 2022 in Aachen teil.
Nach dem Yawatashi und dem Einschießen mit zwei Pfeilen schossen wir zusammen mit Mannschaften aus Aachen, Düsseldorf, Schwerte, Bonn, Mönchengladbach und Köln in vier Durchgängen je vier Pfeile. Aachen gewann; gefolgt von Düsse ldorf und Bonn.
Im vierten Durchgang vor der Mittagspause merkte man, trotz des im Vergleich zum Vortag abgekühlten Wetters, den Kräfteverlust vieler Teilnehmenden. Im Gemeinschaftsraum stärkten wir dann unsere Kräfte mit Getränken, Salaten und jeder Menge Obst, sowie unserem mitgebrachten Essen. In der Gastronomie nebenan gab es jedoch auch köstliches Essen à la carte.
Im folgenden Einzelwettkampf schossen wir drei mal vier Pfeile, wobei Aachen mit Friedgar und Malte den ersten und zweiten Platz belegten. Den dritten Platz errang nach vereinsinternem Stechen Peter aus Düsseldorf.
Das konzentrierte Schießen in der beruhigenden Atmosphäre des Aachener Dojos tat uns allen gut.
Es gab genug Zeit und Muße zum Beobachten der Ausführungen des Taihais und der Hassetsus anderer Schützen. Auch dieses Lernen durch Sehen machte die Veranstaltung für mich sehr wertvoll.
Meine besondere Aufmerksamkeit erforderte jedoch in jedem Durchgang die Pfeilauswahl. Eine weitere Schützin hatte – bis auf eine Kleinigkeit und die Länge – die gleichen Pfeile wie ich. Dass meine Pfeile unter meiner Technik offensichtlich mehr gelitten hatten, machte die Unterscheidung jedoch einfacher.
In diesem schönen Dojo in angenehmer entspannter Atmosphäre mit netten und freundlichen Menschen verbrachten wir einen rundum gelungenen Wettkampftag.
Vielen Dank an die herzlichen und freundlichen Aachener.
am 16.6. fand das intensives TaiHai Training für die Vorbereitung einer Wettkampfteilnahme in Waldniel statt. Es war notwendig für den jüngeren Schützen zu üben, wie man ins Dojo ein- und austritt.
am 7.5. haben wir das Azuchi umgebaut. Bis jetzt hatten wir „normal“ Sand und Lehm Mischung in dunkelbraun. Wir wollen das nun sehr schwarz. morgen kam 1m3 bassalt sand, erst wurde 1m3 Sandschicht ausgetragen und neue Treppen-Form hergestellt. Anschließend haben wir neue Sand mit den mehreren Händen von der Straße bis zum Azuchi (ca. 100m Strecke) transportiert und neue Schicht drauf gemacht. ca. 4 Stunden später haben wir neues Azuchi in Black. Die Oberfläche ist deutlich härter als bisherig.
In der einer der schönsten Jahreszeit fand das Gasshuku mit Niederländer in Waldniel statt. Bereits kamen vier Personen zum Vereinstraining am Freitag. Am Samstag kam insgesamt 15 Personen (eine Person war leider corona positive getestet) gegen Mittag an und erst schönes Wetter und blühende Kirschblüte unter 18°C genossen. Die Schwerpunkte für Samstag waren TaiHai, insbesondere Nutzung von der Körpermasse in der Bewegung und im Hassetsu.
Am Sonntag haben wir Focus auf die Schießtechnik (mit dem extra Widerstand) gelegt und anschließend haben alle Teilnehmer individual Korrekturen bekommen.
Am Samstag, 6. November hatten wir die besondere Freude, als einziges deutsches Team an einem internationalen Online-Wettkampf teilzunehmen. Mit dabei einige Stars des Kaiser- und Könige-Cups, Japan, nebst mehrfacher Stilpreisträger sowie der diesjährige Weltchampion. Um 10.30 Uhr ging es bei strahlendem Sonnenschein und frischen neun Grad für uns los. Die Teilnehmer aus Japan, Hong Kong, Frankreich und Russland, gingen ebenfalls an den Start.
Per Video-Schalte rückten die Kyudoka rund um den Globus zusammen. Nach einer herzlichen Begrüßung in Landessprache startete der Wettkampf. Geschossen wurde in zwei Gruppen, sodass man in den Pausen per Video in die Dojos der Teilnehmer blicken und ihnen beim Schießen zusehen konnte. Ein tolles Erlebnis. Den Waldnieler Verein vertraten Shige, Joachim, Dagmar und Sabine. Geschossen wurden drei Runden mit je vier Pfeilen. Von den 16 teilnehmenden Teams belegten wir den 6. Platz! Ein tolles Ergebnis und noch schöneres Erlebnis. Wir sind gern wieder dabei.
Mit den Bögen weit aus dem Fenster ragend, bahnt sich das Taxi den Weg durch den dichten Berliner Innenstadtverkehr. „Geht’s zu einer Demo?“, fragt der Taxifahrer, der die langen, mit Textil umwickelten Stöcke zunächst für eingerollte Banner hält. „Nein, zum Bogenschießen.“ Dann mustert er uns und stellt fest, dass wir in Hakama und Gi beziehungsweise Kimono unterwegs sind. Ach so, japanisches Bogenschießen, davon habe er tatsächlich schon mal gehört. „Hat das nicht auch irgendwas mit Zen zu tun?“
Irgendwie ja und irgendwie auch wieder nein, möchte man antworten. Das Odeur, was einem beim Betreten der Pankower Sporthalle entgegenweht lässt diesen Schluss jedenfalls nicht unmittelbar zu – eine Mischung aus Adrenalin und Anspannung. Will man sich davon nicht anstecken lassen, tut eine Prise Zen sicher gut. Ebenso nötig ist eine große Portion Vorstellungskraft, will man in seiner Wahrnehmung die Schönheit und Würde der japanischen Kimonos und traditionellen Umgangsformen in die Umgebung einer neonbeleuchteten Turnhalle retten. Strukturen und Abläufe sind klar definiert, Aufregung liegt in der Luft. Wen wundert es, ausgetragen werden an diesem Wochenende immerhin die deutschen Kyudo Meisterschaften. Dagmar und ich sind mit unserem Lehrer Shigeyasu Kameo da, wir beide nehmen dieses Jahr zum ersten Mal teil.
Am Vortag hatten bereits die Sempai-Schützen – unter ihnen auch unser Lehrer Shige – sowie später dann die Dan-Träger ihre deutschen Meister in spannenden wie beeindruckenden Wettkämpfen ermittelt. Heute sind die Schützen der Kyu-Grade am Start. Für mich der erste Wettkampf dieser Art und Größe, entsprechend aufgeregt bin ich, als die Startnummern ausgelost werden. Immerhin, ich bekomme meine Wunschstartnummer – bin Omae – was mir eine Menge Stress nimmt. Denn die Abläufe des Taihai bringen mich, je nachdem an welcher Position ich stehe, immer noch regelmäßig aus dem Konzept. Für die ersten beiden Pfeile von insgesamt zehn, die wir heute schießen, wird eine Stilwertung vergeben. Ich strenge mich also ganz besonders an, um Taihai und alle Hassetsus vorschriftsmäßig und in der besten Form zu präsentieren, die ich bieten kann. Oder vielleicht sollte ich eher sagen, die beste Form, die ich heute bieten kann. Denn schon beim zweiten Pfeil holt mich die alte Binsenweisheit ein, dass nicht jeder Tag gleich ist, oder, dass vieles ganz einfach von der Tagesform abhängt. Und die ist bei mir heute nicht die beste. Der zweite Pfeil rutscht mir im Kai von der Bogenhand und ich hebele ihn mit dem Kinn ungelenk zurück in Position. Die Stilwertung geht damit schon mal flöten, der Pfeil auch.
In den Pausen zwischen den drei Runden haben wir, meine Vereinsfreundin Dagmar sowie die Mitstreiterinnen aus meinem Tachi, dennoch eine Menge Spaß, versuchen, einander die Aufregung zu nehmen und lachen über so manches Missgeschick. Das tun wir auch, als mir beim Abschuss die Sehne fies vor den Arm flitscht. Meine Hände sind feucht, der Bogen liegt mir heute schlecht in der Hand, ich versuche das Beste draus zu machen. Beim letzten Pfeil – und dies ist mir in drei Jahren Kyudo noch nie passiert! – fliegt dann der Bogen gleich mit weg und landet vor dem Pult der Kampfrichter, wo ich ihn betreten aufsammele.
Warum mir das ausgerechnet auf der deutschen Meisterschaft passiert, frage ich Heike später auf dem Rückweg zerknirscht, sie hat ein wunderbares kleines Buffet auf dem Zugtischchen in unserer Mitte aufgebaut. Wir machen uns über Käse und Oliven her und sie antwortet augenzwinkernd: „Weil es zu Hause im Dojo niemand gesehen hätte!“ Die deutschen Meisterschaften seien für einen solchen Fauxpas ganz einfach der geeignete Rahmen. Wir lachen herzlich, ihre Antwort hat mich restlos überzeugt. Wenn schon, Zen schon! Insgesamt ein wunderbares Wochenende mit vielen interessanten wie lehrreichen Eindrücken und noch mehr herzlichen Begegnungen, da bin ich gern wieder dabei!
Am 03. Oktober war es wieder so weit. Die NRW Landesmeisterschaft fand nach der Zwangspause von 2020 wieder statt und diesmal in Bonn. Unser Verein hatte 2 Teams für den Mannschaftswettkampf angemeldet. Dagmar, Joachim und Sabine bildeten ein Team und das andere bestand aus Jonas, Shige und mir. Für manche von uns war es ein Wettkampf von vielen, für andere das erste Mal. Und obwohl ich mich weder zu der einen noch zu der anderen Seite zugehörig fühle, war es dennoch ein aufregendes und zugleich entspannendes Gefühl, hatte ich doch eine Pause vom Kyudo von Ende 2019 bis Anfang 2021 gemacht. Ein Faktor von vielen, der für mich im ersten Moment vor Ort ungewohnt war. Mein Bogen war frisch repariert, vor wenigen Wochen hatte ich mich noch auf die Dan Videoprüfung vorbereitet und war noch an den dazugehörigen Korrekturen am Arbeiten. Die Halle in Bonn in der ich noch nie geschossen hatte kam dann noch darauf. Dieses mulmige Gefühl verschwand allerdings recht schnell, als ich all die bekannten – und teils unbekannten- Gesichter wieder sah und plötzlich fühlte sich alles ganz gewohnt an.
Bogen aufspannen, Pfeile in einen der schön aufgereihten Ständer und dann schnell umziehen. Kurz die Leute begrüßen und dann ging es kurz nach 10 Uhr auch schon los. Johannes aus dem Düsseldojo war der Wettkampfrichter und erklärte uns nach dem Angrüßen kurz die Modi und den Ablauf. Anschließend schoß er ein schönes Yawatashi und dann, diesmal ohne Einschießen, ging es mit dem Mannschaftswettkampf auch schon los.
Zwischen den Heki-dominierten Mannschaften hatte ich das Gefühl, dass unsere beiden Teams im ANKF Wettkampf-Tahai etwas auffielen. Da mein Uchiokoshi und vor allem das Ausziehen des Bogens momentan mein Hauptfokus war, blieb allerdings gar nicht viel Zeit darüber nachzudenken. Ich weiß nur noch, dass die Pfeile an dem Tag nicht so fliegen wollten wie ich es gerne gehabt hätte. Dafür lief es deutlich besser für unsere Team Kollegen. Am Schluss konnten wir zwar nicht einen der ersten drei Plätze ergattern, aber ich bin dennoch zufrieden und habe den Eindruck, dass jeder von uns Spaß hatte. Platz Eins errang das Team aus Aachen und Platz 2 und 3 gingen jeweils an Schwerte I und II.
Nach einer etwas unerwartet späten Pause ging es dann um 15 Uhr weiter mit dem Einzelwettkampf für den sich von uns nur Shige qualifizieren konnte. Hier möchte ich anmerken, dass ich von der Zielgenauigkeit der Schützen an dem Tag erstaunt war. Trotz coronabedingten Trainingsschwierigkeiten gab es sehr viele 4/4 Treffer und viele der Schützen waren in Topform. Und so kam es, dass der Einzelwettkampf nach fast jedem Durchgang unterbrochen werden musste, damit mittels Stechens die Sieger der nächsten Runde ermittelt werden konnten. An Spannung kam es den Zuschauern also nicht zu kurz.
Im Finale standen sich dann Malte Negendank und Shige für den ersten und zweiten Platz gegenüber während Sebastian Nigge und Christoph Bata um den dritten Platz schießen mussten. Vor jedem Schuss hätte man eine Nadel quer durch die Halle fallen hören können, so leise war es, da gefühlt jeder seinen Atem angehalten hat. Sebastian und Malte konnten sich jeweils nach zwei Runden Stechen durchsetzen, sodass Platz 3 von Sebastian, Platz 2 von Shige und Platz 1 von Malte belegt wurden. Ich hätte gerne jeden der behauptet, dass Bogenschießen langweilig ist dort hingesetzt und eines Besseren belehrt.
Nach dem Wettkampf kam die Siegerehrung, danach das Abgrüßen und abschließend noch der Abbau der Geräte.
Und so endete auch schon ein Wettkampf während einer ungewohnten Zeit, welcher sich gleichzeitig gewohnt als auch befremdlich anfühlte. Mit vertrauten Gesichtern unter ausdruckslosen Masken, die alle ihr bestes taten um Kyudo so normal wie möglich ausüben zu können.
am 17./18. Juli fand das 1. Gasshuku 2021 mit den Gäste aus Hamburg in Waldniel statt. Obwohl wir in Viersen sehr niedrige 7-Tage Inzidenz hatten (unter 10/100.000 Einwohner), hatten alle Teilnehmer vorab getestet.
Das Wetter spielte auch mit, insbesondere am Sonntag mit dem Kimono-Training 😉 Mit 26°C war es noch sehr angenehm im Vergleich zum Vorjahr unter 33-34°C.
erstmal fand das Neujahrsschießen ohne Teilnehmer im Ryu-Sui-Kan Dojo am 1.1. statt.
Der Dojo-Leiter hat die Eröffnung des Jahres in Form einer Sharei (Zeremonie im Kimono) durchgeführt mit der Hoffnung, dass alle weiterhin Gesund bleiben und die Corona-Pandemie bald vorbei geht.
Wir hoffen, dass wir bald wider zusammen im Dojo das Training, das Seminar oder das Gasshuku machen und gemeinsame Zeit mit dem Kyudo erleben können.
…so ist mir vor allem ein Tag besonders im Gedächtnis geblieben. Ein spätsommerlicher Tag im September. Den ersten Lockdown hatten wir bereits hinter uns und der Sommer machte Training, Vereinsaktivitäten und Wettkämpfe – zumindest eingeschränkt – wieder möglich. So auch unsere Teilnahme am Corona-Cup in Düsseldorf – ein Enteki-Mannschaftswettkampf in der Nähe der Rheinwiesen.
Der Himmel ist bereits bei Ankunft am Morgen strahlend blau. In der Wiese hängt noch Tau. Die Matos sind 60 Meter weit entfernt, ich habe noch nie auf diese Distanz geschossen. Dagmar auch nicht. Shige zeigt uns daher, auf was wir alles achten müssen. Nie hätte ich gedacht, dass meine Pfeile so weit würden fliegen können und schaue ihnen staunend nach, wie sie losgelöst der Septembersonne entgegensegeln. Herrlich. Es scheint fast, als seien alle an diesem Tag gut gelaunt, glücklich, dass ein solches Zusammenkommen vieler Menschen und Vereine überhaupt möglich ist. „Winter is coming“ hängt an diesem Spätsommertag bereits in der Luft. Vielleicht ist er aber auch genau deshalb so schön. Dagmar belegt mit ihrer Mannschaft schlussendlich sogar den ersten Platz und Christoph den zweiten. Ein toller Erfolg für unseren Waldnieler Verein. Den feiern wir am Abend ausgelassen in der Düsseldorfer Innenstadt. In einem Restaurant! Mit mehr als zwei Haushalten an einem Tisch. Was für ein rundum schöner Tag.
Ursprünglich hätte das Seminar in Kopenhagen am 17./18. Oktober stattfinden. Da die Stadt und Umgebung Kopenhagen das Risikogebiet geblieben war, stellte das Seminar spontan „Online“ statt „Offline“ um. Die Austragungsorte wurde gesplittert im Ryu-Sui-Kan Kyudojo in Waldniel und in der Sporthalle in Kopenhagen.
am 1. Tag wurde das Seminar wie gewohnt mit Yawatashi begonnen jedoch im Dojo in Waldniel und dann die Aufnahme wurde live in Kopenhagen übertragen. Anschließend haben die Seminar-Teilnehmer in Kopenhagen geschossen. So lief das Seminar weiter. Es ist natürlich die Einschränkung für den Unterricht, da das Kamera nur eine Richtung permanent aufnimmt oder manchmal die Internetverbindung verlangsame geworden war. Man musste die Themen aussuchen oder improvisieren innerhalb den limitieren Rahmenbedingungen.
Die Teilnehmer waren durchaus begeistert, da das Seminar nicht komplett ausgefallen war und viele Teilnehmer haben erstmal mich egal persönlich oder im Internet kennengelernt haben. Es war all Fälle eine gute Erfahrung in der Form das Seminar durchzuführen. Möglicherweise wird es die Geschichte in der Zukunft, welche das Seminar grundsätzlich per Online stattfindet und nur gelegentlich persönlich stattfindet.
am 22.09.2020 hat die Mannschaft „Koimichi“ die Bundesliga 3.Runde geschossen. Die 3er Mannschaft schießt insgesamt 36 Pfeile (3 Durchgänge je 12 Pfeile).
Nach dem Motto „wir sind dabei in der Corona-Zeit“
Am Samstag, 12.09.2020, einen Tag vor der 29. Deutschen Enteki-Einzel-Meisterschaft fand in Düsseldorf beim Kyudojo Aderdamm der Corona-Cup, 29. Deutsche Enteki-Meisterschaft, Team, statt. Für mich nicht nur mein erster Wettkampf überhaupt, sondern auch zum ersten Mal das Schießen auf 60 Meter Entfernung. Von 12:00 Uhr bis 14.00 Uhr gab es ein freies Training.
Fast alle anwesenden Schützen hatten schon Enteki-Erfahrung – außer zweien. Aber auch andere nicht so erfahrene Kyodoka nahmen gerne an der Einführung in die Technik und den Wettkampfablauf durch Shigeyasu Kameo, den Kampfrichter, teil. Dann durften wir die ersten Schüsse ausführen. Ins Kai kommen, Tsumeai und Nerai ausführen, dann den Bogenarm heben indem man die Schulter aus der Horizontalen in eine zum Ziel hin himmelwärts gekippte Haltung bringt. Das Ziel verschwindet hinter der linken Hand. Ich fühle mich ziellos.
Erst wenn die richtige Position gefunden ist ins Nobiai gehen. Für mich mit meinen zwei Jahren Kyudoerfahrung eine Herausforderung. Durch die Änderung der Haltung ein zeitlich verlängertes Kai und kein Ziel in Sicht. Ich blicke in den Himmel – mein Pfeil sollte durch diese Haltung eine höhere parabelförmige Flugbahn nehmen damit sein Flug dadurch verlängert wird und er im mehr als doppelt so weit entfernten O-Mato auftrifft. Erst jetzt beginnt das Nobiai. Zum Himmel und zur Erde-nach schräg links oben und schräg rechts unten. Neu-ungewohnt. Schrittweise komme ich meinem Ziel näher. Nach acht Pfeilen habe ich tatsächlich zwei mal getroffen.
In der folgenden Pause durften wir uns am coronageeigneten Buffet erfrischen. Das Wetter könnte besser nicht sein. Sonne, ein laues Lüftchen, Spätsommerfeeling. Eine friedliche entspannte Stimmung hat diesen Wettkampf begleitet. Als mein Tatchi nach der Vergabe der Nummern feststeht haben wir uns schnell zusammengefunden und zwei Durchgänge gemeinsam geschossen. Ich durfte Omae sein und obwohl ich die anderen nicht sehen konnte hatte ich das Gefühl, dass wir ein gutes Team sind. Durch das gemeinsame Training konnten wir uns kennenlernen und wenn wir auch mit der Trefferquote teilweise vielleicht nicht zufrieden waren hatten wir doch als Team eine gute Basis.
Die zwei mal vier Wettkampfpfeile haben wir dann in guter Stimmung durchgezogen. Zu Beginn des Tages freute ich mich auf eine gemeinsame Zeit mit neuen Erfahrungen und netten Begegnungen. Dank der frischen Luft ein erster gemeinsamer Kyudo-Event seit langem. Über meinen kleinen Beitrag zur Gesamtwertung freue ich mich um so mehr. Mein erster Eintrag unter Erfolge im Kyodo-Pass ist ein 1. Platz beim Corona-Cup.
Unglaublich und doch wahr. Dank des Teams!
Kyodo in Waldniel e.V. hat mit (von links nach rechts) Joachim Meyer, Jonas Reich, Christoph Wallraffen, Dagmar Ninnemann, Sabine Kückemanns, Angie Reich und Shigeyasu Kameo an dem Wettkamp teilgenommen. Christoph Wallraffen belegte mit seinem Team den 2. Platz.
Das Team (von rechts nach links) Thomas Stier, Peter Fey und Dagmar Ninneman
Das Team vom 2. Platz (von links nach rechts) Robert Oehlke, Thomas Arndt und Christoph Wallraffen
Unsere Mitglieder trainieren das Kyudo (fleißig) zu Hause. Es ist so unterschiedlich wie man mit der Situation umgeht. Persönlich praktiziere ich das Kyudo am Wochenende, sonst übe ich intensiv das Imagetraining beim Schlafen :-).
Hier ein paar Stimmen von Mitgliedern.
Eine Fabel von Gotthold Ephraim Lessing aus dem Jahr 1759. Sie heißt „Der Bogen“:-) „Ein Mann hatte einen trefflichen Bogen von Ebenholz, mit dem er sehr weit und sehr sicher schoss, und den er ungemein wert hielt. Einst aber, als er ihn aufmerksam betrachtete, sprach er: „Ein wenig zu plump bist du doch! Alle deine Zierde ist die Glätte. Schade!“ Doch dem ist abzuhelfen; fiel ihm ein. „Ich will hingehen und den besten Künstler Bilder in den Bogen schnitzen lassen.“ Er ging hin; und der Künstler schnitzte eine ganze Jagd auf den Bogen; und was hätte sich besser auf einen Bogen geschickt, als eine Jagd? Der Mann war voller Freuden. „Du verdienest diese Zieraten, mein lieber Bogen!“ Indem will er ihn versuchen; er spannt, und der Bogen – zerbricht.“
Liebe Grüße Sabine
Das Foto spiegelt meine heutige Situation. Der langerwartete Regen gibt mir Gelegenheit zum Schmöckern.
Liebe Grüße Dagmar
Ich trainiere so zweimal die Woche, einmal Makiwara einmal Mato. Mit der Videoaufnahme ist das so eine Sache. Die Aufstellung des Handys ist beim Matoschießen zumindest unmöglich. Das Schießen aufs Mato ist natürlich sehr schön, weil ich all alone auf einer Wiese bin und Richtung einer begrünten schräg aufgeschütteten, vier Meter hohen Böschung, schieße. Da ist keinerlei Gefahr für andere und die Pfeile landen in einem Sand-Lehmgemisch oder idealerweise in einem Styroporring mit einem Durchmesser von 35 cm. Ich achte auf das Ikeai und auf viele andere Dinge, freue mich aber wieder auf deine Korrekturen und die Gemeinschaft des Vereins.
Bleibt gesund und bis bald Frank
Wir haben gestern mal wieder die Pfeile geölt und dabei gleich bei 2 Sätzen je einen gerissenen Pfeil entdeckt! Pech dazu auch noch, das beide Sätze mir gehören, bei Micha sieht zum Glück alles gut aus.
LG, Beate
Weiterer schmerzhafte Bericht kommt jetzt von mir. Der geklebte kleine Risse mit derTo-Wicklung hat einige Monate gehalten. Nun ist es leider endgültig, aber nicht wegen dem Corona-Virus.
Das Wahre. Das Gute. Das Schöne. Der Weg des Bogens birgt in sich Werte, die mich in dieser lauten Welt anrührten. Eine Welt, in der man sich des Gefühls wachsender Unhöflichkeit, Respektlosigkeit, Aggression und Egozentrik irgendwie nicht mehr erwehren kann. Mein Name ist Cora und ich war einmal klassischer Bogenschütze in einem Schießverein, mit einem Schießstand, mit Zielscheiben, Ringen und Wettbewerben. War einmal, denn der Recurve Bogen liegt mit allem Zubehör bereits eine ziemlich längere Weile unangetastet im Keller. So ganz vergisst man aber nicht, was die Grundwerte ausmachten. Konzentration. Alles aus dem Kopf wegfließen lassen. Probleme, Sorgen, Entscheidungen, Fragen. Weg damit. Auf korrekte Bewegungsabläufe achten, richtig atmen und vor allem, den Pfeil richtig loslassen. Ohne das trifft man nämlich nicht. Weil mich dieser Aspekt des Loslassens immer schon am meisten interessiert hatte – weniger der Wettkampf, die Ringe, die Konkurrenz oder das Gewinnen – erinnerte ich mich an japanisches Bogenschießen. Und so stürzte ich mich auf YouTube. Und sah diese wunderbaren Filme aus dem Kyudo Dojo innerhalb des Meji Schreins.
Die Würde. Die Eleganz. Die Gelassenheit.
Diese würdevollen Menschen, die in aller Weisheit, Eleganz, Gelassenheit und Ruhe den Pfeil auf seinen Weg loslassen. Weil er ihn selbst in das Ziel findet, wenn man ihm mit seinem Körper und seinem Geist die Möglichkeit dazu gibt. Die Stille, die sich schon alleine durch den Raum vermittelt. Die Kraft des Universums, die den Körper des Schützen in einem Fluss von Energie zu durchströmen scheint. Das war es. Das wollte ich auch. Meine ersten kleine Trippelschritte auf diesem großen Weg führten mich in eine Turnhalle. Draußen das Geschrei testosterongefüllter Jugendlicher auf dem Fußballplatz, drinnen der Geruch nach Schweiß, vermischt mit feuchtem Duschgelaerosol und eine große Halle, die mir irgendwie so alle Illusion raubte. Da stand ich nun, etwas verloren, mit einer Vogelzwille in der Hand. Jedenfalls dachte ich so. Bis ich im Internet auf Kyudo-in-Waldniel stieß. Mit Bildern, die all das repräsentierten, was ich mir unter meinem Bogenweg vorstellte. Und weil ich kein Zauderer bin, schrieb ich sofort eine Mail an den Ersten. So hieß es jedenfalls. Erster @. Für mich als deutschsozialisierte erst einmal etwas befremdlich. Die Antwort kam prompt. Freundlich, einladend und ich durfte den Verein kennenlernen, bei einem Training zuschauen und mich umsehen.
Die Schwelle zur Erkenntnis.
Ein kleiner Weg zwischen dunkelroten Backsteinmauen, inmitten eines kleinen Örtchens am linken Niederrhein. Am Ende eine Holztüre mit einem runden Kreis, ein Flügel offen, wie die freundliche Aufforderung mit einem Schritt 9.331 km – die Entfernung von meinem Zuhause bis zum Meji Schrein – zu überwinden. Und gleich nach dem Durchschreiten dieser magischen Schwelle fällt der Blick auf den Dojo. Mitten in einem Garten in Schwalmtal. Ein Haus aus Holz. Mit großen Glasfenstern. Mit augenscheinlich papiergefüllten Schiebetüren. Ein Raum voller stiller und klarer Schönheit. Ohne Ablenkung. Gefüllt mit der Energie von Shin. Und Zen. Und Bi. Eine Seite offen, gerichtet auf einen Teich voller Kois, umsäumt von Grün in allen Schattierungen, Windspielen, einer kleinen Brücke, Kies und Wegesteinen. Am Ende dann der Unterstand, unter dessen Dach sich die Ziele befinden. Die Matos, 36 cm kleine Pünktchen im Universum, in die sich nach 28 m die Energie des Schützen fängt. Wenn er mit Bogen und Pfeil zur Einheit werden konnte. Das war es. Und so trug ich mich gleich ein zum Anfängerkurs, der am nächsten Tag schon startete. Ich hatte Glück.
Die Entdeckung der Entenhaftigkeit.
Wie viel Glück merkte ich von der ersten Minute an. Ein völlig konzentrierter und fokussierter und vor allem gelassener und freundlicher Lehrer. Ein Sensai. Shige. Nicht nur ein Lehrer, der all dies mit eigenen Händen erbaut hatte. Auch ein Lehrer, dem es am Herzen liegt zu erklären, warum etwas ist, wie es ist. Statt eine für Westler relativ sinnentleerte Etikette formaler Abläufe erschloss sich in diesem Kurs so viel mehr. Angefangen vom Betreten des Dojos. Warum mit diesem oder jenem Fuß zuerst. Was ist eine Sonnen- und eine Schattenseite. Was bedeutet ein zentraler Punkt in diesem Dojo, gefüllt mit einem kleinen Schrein, geweiht von einem Shinto-Priester. Was gebe ich dem Dojo an positiver Energie und Freundlichkeit und was gibt er mir zurück. Was bedeutet es, sich mit einem Bogen und einem Pfeil zu verbinden. Was bedeutet Respekt oder auch Dankbarkeit. Wie kehrt Stille in mich ein. Was bedeutet der Fluss des Atmens. Und warum ist dieses seltsame Gehmuster, das ich beim ersten Zuschauen so gar nicht verstand, nicht wirklich seltsam, sondern bedeutet die Komprimierung von Kraft und Energie im Raum, die sich wandelt in Präsenz. Dazu die gemeinsamen Vorbereitungen vor dem eigentlichen Schießen. Das Staubwedeln, den Sand vor den Matos mit einem Reisigbesen wegkehren, die Ordnung als Respekt vor dem eigentlichen Akt des Schießens einkehren zu lassen. Eine gute Ordnung, die Stille gibt und Konzentration erst wirklich möglich macht. Ohne Ablenkung. Voller Schönheit. „Ach herrlich“ dachte ich. So viel zu lernen und zu verstehen. Und dann muss man das ja alles auch selbst üben und erfahren. Das wird ja wohl nicht so schwer sein. Irgendwie waren all die Abläufe so klar und einleuchtend. Die Bewegungen im Kopf so gut nachvollziehbar. Und dann hatte ich ja auch über 10 Jahre klassisches Ballett getanzt. Ich war Bogenschütze. Nun. Als erstes sollte ich knien. Bei der Begrüßung, die mit der inneren Einkehr den Geist zur Ruhe bringt. Zu größten Überraschung meiner selbst konnte ich nicht knien. Das tat so weh, das mir fast schlecht wurde. Mein erster Gang nach der ersten Kyudo Stunde war der zum Physiotherapeuten. Seitdem übe ich knien. Irgendwann kann ich es vielleicht. Bis dahin stehe ich und lerne Bescheidenheit. Dann übten wir das Gehen. Ich schob mit all meiner Vorstellungskraft die Energie des Raumes vor mich hin, versuchte sie zu bündeln und für mich zu nutzen. Und wackelte wie eine alte Ente von Ecke zu Ecke des Dojos. Von wegen Eleganz. Ich war so konzentriert auf die Abfolge der Schritte, die Stellung der Füße und das entsprechende Drehen des Körpers beim Richtungswechsel, das jegliche Eleganz völlig abhandenkam. Und sich auch nicht einstellen wollte. Die Füße sollen ja nicht vom Boden, was meine aber hartnäckig verweigerten. Dazu all die japanischen Worte. Ashibumi, das Stellen der Füße. Dozukuri, ich richte meinen Körper in Balance der Achsen aus. Shige hatte uns dazu ein kleines Büchlein gemailt, das ich mir ausgedruckt hatte. Und irgendwie konnte ich mir die Worte nicht merken und verwechselte immer die Buchstaben. Was dazu führte, das mich manch befremdeter Blick mit einem Fragezeichen streifte. Was ich wohl meinte…
Uchiokoshi.
Und dann kam das allererste Mal, wo ich einen Bogen in die Hand nehmen durfte. Dieser riesige Bogen. Zentral vor dem Körper hochheben. Drehen. Ziehen. Ich war mir bis dato nicht bewusst, wie eckig unelegant ich wirklich sein konnte. Mein Enten-Dasein schien sich zu manifestieren. Ich schoss mir vor den Unterarm, der Tage später noch in den schönsten Regenbogenfarben leuchtete. Und vors Gesicht. Meine Faszien verziehen mir die neuen Beanspruchungen nicht und antworteten mit üblen Schmerzen und ein paar Tage lief ich wie ein Fragezeichen. Dann geriet mir meine eigene Bogenvergangenheit mit verankerten Bewegungsabläufen zum Nachteil, weil meine Hand sich immer in die falsche Richtung drehte oder meine Arme die Sehne nicht parallel zogen. Tatsächlich schaffte ich es, auf eine Entfernung von nur knapp zwei Metern einen Pfeil an einem überdimensional großen Ziel, nämlich dem Makiwara genannten Übungsstrohballen, vorbeizuschießen. Der Pfeil auf immer verloren im Schilf des Koi-Teichs. Wie peinlich. Und das erste Mal schlich sich das Verständnis in mein Herz, was denn der ältere japanische Schütze in einem Interview so bescheiden äußerte: „Ich habe jetzt 15 Jahre für den 8. Dan geübt und denke, dass ich mich jetzt für die Prüfung anmelden kann“. Der Weg des Bogens… Und ja, es ist tatsächlich ein Weg. Nichts wird so klar wie diese Erkenntnis, wenn man in aller Differenz zwischen Vorstellungskraft und tatsächlichem Bewegungsablauf steckt. Wenn der Respekt wächst in dem Verständnis um die Millionen Dinge, die hinter dem schlichten Heben des Bogens, dem Blick auf das Ziel, dem Ziehen und dem Loslassen des Pfeils stecken.
Der Weg des Bogens.
Es ist schön, diesen Weg mit anderen gemeinsam zu gehen. In einem vereinten Wissen um Defizite. Aber auch um Lernen und Wachstum. Um ein stilles Lächeln, das sich in Augen spiegelt, wenn wieder etwas nicht gelingt. Oder aber auch wenn es gelingt. In dem Wissen, dass es gar nicht darum geht, ein Ziel zu treffen. Sondern darum, eins zu werden im energetischen Fluss des Universums. Seinen Platz zu finden. Seinen ganz eigenen Platz. Nicht für andere etwas zu tun, für andere perfekt zu sein, nicht für Statussymbole oder vordergründigen Erfolg. Vereint zu sein in einer Erkenntnis: Los zu lassen. So ist das mit Shin, Zen und Bi. Und so war das mit meinen ersten Tagen und Gedanken beim Kyudo in Waldniel.
Am Sonntag, dem 21.07.2019 fand die ANKF Dan-Prüfung in Frankfurt statt. Es war richtig warm und feucht in der Halle, da das Belüftungssystem seit ein paar Tagen den Geist aufgegeben hatte. Zur Mittagszeit erreichte die Temperatur um 30°C.
Trotz der schwierigen Umstände hat unserer Mitglieder Andrea den 4. Dan bestanden. Herzlich Glückwunsch!
(Foto vom Ostern-Gasshuku 2019 @Ryu-Sui-Kan Kyudojo)
Am 15.02.2019 fand der Vereinstisch nach dem Freitagstraining im Vereinssitzt in Waldniel statt. Das Training selbst machte sehr viel Spaß, aber es wird noch schöner, wenn man anschließend zusammen sitzen und über die verschiedenen Themen sprechen kann.
Einige Mitgliedern erleben den ersten Winter im freien Dojo „Ryu Sui Kan“. Sie sagten während des Training unter 4° C: „Wir sind doch abgehärtet durch den Winter. Es fühlt sich nicht mehr so kalt an“. Einige Leute feiern gerade den Karneval, wir feiern in einem Raum mit dem Kaminfeuer mit dem kulinarischen Menü von HeikesKitchen.
Am Sonntag, 20. Januar 2019 trafen sich der Waldnieler Kyudo-Verein und drei Kölner Vereine zu einem gemeinsamen KihonTai-Workshop in der Dom-Stadt. Für Work-Shop-Leiter Shigeyasu Kameo eine Herausforderung: Denn die Kyudo-Erfahrung der 25 Teilnehmer reichte von lediglich drei Wochen bis zu über 30 Jahren.
Los ging es am Sonntagmorgen um 10 Uhr in der Sporthalle der Grüngürtelschuhle in Köln-Rodenkirchen. Für einige Bogenschützen aus Waldniel eine völlig neue Erfahrung, da im hiesigen Dojo bei jedem Wind und Wetter draußen trainiert wird. Bei Außentemperaturen um den Gefrierpunkt war die wohltemperierte Sporthalle somit eine angenehme Ausrichtungsstätte für den rund fünfstündigen Workshop. Die Tatsache, dass das Teilnehmerfeld über völlig unterschiedliche Kyudo-Erfahrungen verfügte und vom „blutigen“ Anfänger bis zu unterschiedlichen Dan-Trägern mit über 30 Jahren Praxis im japanischen Bogenschießen alles vertreten war, stellte für Workshop-Leiter Shige kein Problem dar. Vielmehr sei es so, dass KihonTai – also die Lehre der Balance jeglicher Körperbewegungen – nicht nur im Kyudo eine Rolle spiele, sondern auch in den alltäglichen Bewegungsabläufen Einzug halten und weiter entwickelt werden solle. Wie stehe ich? Wie sitze ich? Wie knie ich, oder stehe auf? Und dies alles in Balance und unter Einbeziehung des gesamten Körpers. Nach einer theoretischen Einführung gab es viele praktische Übungen in heiterer Atmosphäre. Es wurde gemeinsam geübt, hier und da auch gestolpert und gelacht. Beim anschließenden Training schossen die fortgeschrittenen Schützen auf die insgesamt 11 Mato, die Anfänger übten sich vor dem Makiwara. Dabei bedachte Workshop-Leiter Shige die Teilnehmer immer wieder mit individuellen Tipps und praktischen, hilfreichen Hinweisen. Auch das persönliche Gespräch in den Pausen kam nicht zu kurz. Bei einem Kaffee, oder einem Stück selbst gebackenen Kuchen wurde viel geplaudert und sich über die unterschiedlichen Schießtechniken und natürlich die Umsetzung der neu erlernten KihonTai-Techniken unterhalten. Ein gelungener, harmonischer und lehrreicher Workshop – bei angenehmen Plusgraden.
Ob die Waldnieler nach dieser Erfahrung ihr wunderschönes Dojo gegen eine warme Sporthalle eintauschen würden? Niemals!, so die einhellige Meinung. Dann lieber ein paar Wollsocken unter die Tabis und eine vierte und fünfte Kleidungsschicht unter Hakama und Keiko Gi. Der Lohn: Eine unvergleichliche Trainings-Atmosphäre und – Richtung Mato – der zauberhafte Blick über den unter Eis schlummernden Koi-Teich.
Am Sonntag, dem 20.01.2019 fand der Kihontai-Workshop in Köln statt. Die Kyudo Gruppe in Köln hat dafür seine Trainingszeit zur Verfügung gestellt. Es kamen insgesamt viele Teilnehmer aus fünf Vereinen nach Köln zusammen, zwischen 6.Kyu und 5.Dan und von ein Monat bis über 30 Jahre Kyudo-Alter.
Aus unserem Verein haben drei Personen (Joachim, Dagmar und Sabine) an diesem Workshop teilgenommen. Wir sammelten uns und fuhren gegen 8 Uhr noch im Halbdunkel von Waldniel nach Köln los.
Persönlich war ich oft in dieser Halle gewesen, aber vermutlich war mein letzter Besuch vor 12-13 Jahren. Nach der Renovierung ist die Halle sauber, modern und heller geworden. So gesehen werden manche Sachen mit der Zeit immer schöner, wie die Kyudo-Übung.
Das Workshop endete um 15:30 Uhr. Unsere Leute haben erstmals einen anderen Verein und Workshop besucht und waren glücklich wieder nach Waldniel zurückgekommen.
Um ca. 10°C Außen und Innentemperatur fand das Training im Ryu Sui Kan Kyudojo statt. Am Beginn des Training standen Nikolaus bereits in der Linie und miteinander für erfolgreiches Training begrüßt. Das Training war sehr erfolgreich in der positiven Ambiente, weil der Nikolaus teilweise mit dem Ite zusammen geschossen hat und stark vom Bauch aus unterstützt hat.
Unser Mitglied Joachim hatte einen Tag vor dem Training Geburtstag. Deshalb feierten wir heute seinen Geburtstag gemeinsam. Direkt nach dem theoretischen Unterricht eröffnete Joachim das Training mit Hitote Gyosha. Obwohl wir um 9° im Dojo hatten, fühlten wir uns warm mit dem Kuchen von Joachims Frau und Cookies von Heike.
Das Rezept dieser Cookies wird bald in Blog von heikeskitchen veröffentlicht.
Am Freitag, dem 16.11.2018, habe ich vor dem Trainer-Seminar in Frankfurt am Wochenende, das normales Vereinstraining des Kyudojo Frankfurt e.V. besucht. Durch Zufall wurden die Urkunden der erfolgreichen Prüfungen an die jeweiligen Personen vor dem Training verteilt.
Die Dan-Prüfung fand bereits im April 2018 in Tokyo im Rahmen einer Internationalen Kyudo Veranstaltung statt. Ich habe direkt nach der Prüfung jeweilige Ergebnisse (1 Person 4. Dan, 3 Personen 3. Dan, 1 Person 2. Dan, 1 Person 1. Dan) mitbekommen und gewusst, wer erfolgreich war, jedoch ist es anderes dabei zu sein, während die Urkunde persönlich an die Person übergeben werden.
Die erfolgreiche Prüfung bringt keine direkt Qualitätssteigerung, aber der ganze Prozess, wie das Streben den nächsten Level zu erreichen, hat großen Wert. Wenn man bei der Prüfung erfolgreich war oder nicht erfolgreich war, hat man zumindest „das nächstes Ziel“ vor Augen. Für viele Leute kann die Prüfung ein starker Antrieb im Kyudo werden.
Noch einmal herzlich Glückwunsch zu den bestandenen Prüfungen!