Deutsche Kyu-Meisterschaften 2026

Am Wochenende des 12./13. September fand die Kyu‑Meisterschaft im Shu‑Gi‑Kan Dojo in Rottweil statt. Zwei Mitglieder unseres Vereins, Sudy und Timeea, nahmen an diesem Event teil. Insgesamt kamen 16 Teilnehmende aus verschiedenen Bundesländern zusammen.

Tag 1 – Vorrunde und Stilwertung
Am ersten Tag wurde die Vorrunde mit Stilwertung durchgeführt. Vier Gruppen schossen jeweils zwei Durchgänge à zwei Pfeile.
In der Stilwertung erreichte Timeea den 2. Platz und Sudy den 8. Platz – ein sehr schönes Ergebnis in einem starken Teilnehmerfeld. Im Anschluss übten alle Teilnehmenden intensiv Taihai unter Anleitung der Wertungsrichter.

Tag 2 – Finalrunde nach Treffern
Am zweiten Tag folgte die Finalrunde nach Treffern. In drei Durchgängen wurden jeweils vier Pfeile geschossen; die Ergebnisse aus der Vorrunde flossen in die Gesamtwertung ein.
Leider konnten unsere beiden Mitglieder diesmal keinen Platz unter den ersten drei erreichen. Nach dem Wettkampf fand ein kompaktes Seminar statt, in dem die Wertungsrichter Einblicke in Schießtechnik und Bewertungsprinzipien gaben – ein wertvoller Abschluss für alle Teilnehmenden.

10 Jahre Kyudoverein in Waldniel

(reported by a participant Jeroen Hoppenbrouwers)

In the weekend of 18-20 Aug we celebrated the 10-year anniversary of the Ryu Sui Kan dojo in Waldniel. After we had the regular training on Friday, Saturday morning started with measuring our bow strength, and arrow weight etc…

This was to determine nice equal team to compete in as it was Taikai day. At the end of the day we had some fun shooting as we were trying to hit some moving balloons. The Sunday. Of course .. a gasshuku isn’t complete without eating together. Again… as always the food was absolutely delicious. We trained/ worked hard in the dojo, but could not have done that without all the work that was done in the kitchen. It was a wonderful weekend with many archers. I have never seen the dojo this full. Having trained with everybody for 3 days it was fun to see the differences in styles between the countries. We were all doing the same thing, but clearly each country had their own way of doing so. For me it was the first time to see it so clearly… nice. Personally I had a great time training with everybody again and it sure was pleasure celebrating this anniversary.

Thank you Kameo sensei and Heike for a wonderful weekend.

Kangeiko 2023

Am Wochenende 21./22. Januar unter Minus-Temperatur fand das Kangeiko (Winter-Training) in Waldniel mit dem Gast-Lehrer Gerald Zimmermann aus Schweiz statt. Wir hatten vor dem Kangeiko ungewöhnlich milde Temperatur für den Winter, aber es wurde richtig kalt rechtzeitig. Am Freitag kamen einige Teilnehmer aus Niederland und Frankfurt.

Am Samstag wurde der 1. Tag mit dem Yawatashi durch Ite Gerald, Daiichi Kaizoe Beate, Daimi Kaizoe Michael eröffnet. Alle Teilnehmern erst zwei Pfeile (Hitote) in der Gruppe geschossen und anschließend von zwei Lehrer (Gerald und Shige) jeweilige Korrekturen erhalten. Am Nachmittag führte Gerald ein Mochimato-Sharei mit zwei Kaizoe durch (Daiichi Kaizoe Mari, Daini Kaizeo Angie). Anschließend haben die Teilnehmer in Standform geschossen und die individuelle technische Korrekturen erhalten. Es war für alle Teilnehmer eine Herausforderung in der Kälte ganzen Tag im ungeheizten Raum zu trainieren, aber es ist halt „Übung“ in der unterschiedlichen Bedingungen und Gegebenheiten.

Am Sonntag hat Shige das Yawatashi mit dem Kaizoe vorgeschossen (Daiichi Kaizoe Nobue, Daini Kaizoe Jonas) Anschließend haben wir morgens TaiHai und nachmittags Schießtechnik geübt. Es gab einige, die erstmal den Kimono anhatten. Deshalb hatten wir die Zeit genommen, Tasuki-Sabaki und Hada-Nugi und -Ire Training zwischendurch zu üben.

Wir wünschen die Teilnehmer viele Erfolg

Neujahrsschießen 2023

am 1.1.2023 hat das Neujahrsschießen ab 13 Uhr in Waldniel stattgefunden. Es ist eine Tradition, direkt am ersten Tag mit dem Schießen zu beginnen.

Nach dem Yawatashi durch Ite Shige, Daiichi kaizoe Beate, Daini Kaizoe Michael haben alle Teilnehmer insgesamt 10 Pfeile in der Gruppe geschossen. Mit 7/10 Treffer sicherte Michael den 1. Platzt. Den 2. Platz erreichte Beate nach dem Stechen (Enkin-Verfahren) mit Giesel, die auch 6/10 Treffer hatte.

Anschließend fand das Ziel-Spiel (Matoasobi) statt. Vorerst haben die Teilnehmer auf Jahresmatos (Michael und Beate traff die Matos) und anschließend Klein golden Mato (Kinteki) geschossen. Das hightlight JahresMato hat Armin nähe von den golden Punkt getroffen.

Gasshuku NL Nr2

am 19./20. November 22 hat ein Wochenend-Gasshuku mit 14 Teilnehmer aus Niederland stattgefunden. am 1. Tag hatten sie die Bewegung für Dojo Helfer und Kaizoe und auch intensive TaiHai trainiert.

Am 2. Tag war der Schwerpunkt „Schießtechnik“ – Kai (Tsumeai und Nobiai) und Tenouchi. Obwohl der Temperatur sehr niedrig war (zwischen 1-5°C) haben die Teilnehmer sehr fleißig trainiert und die Kälte überwunden.

EKF regional Seminar in Sibiu Romania

am Wochenende 20./21. August 22 fand das EKF regional seminar erstmal in Romania statt. Der Lehrer waren Laurence Oriou and mich jeweils Kyoshi 6. Dan vom EKF Shidoiinkai. Am Freitag war ich von Düsseldorf über München nach Sibiu geflogen. Das Flugzeug von München nach Sibiu war so klein, so dass ich den Bogen nicht transportierten könnte. Zum Glück hat eine Seminar-Teilnehmer aus Niederlands meinen Bogen und Pfeil mit dem Auto am Dienstag in Waldniel abgeholt und sicher nach Sibiu transportiert. Am beiden Tagen hatten wir über 30 Grad draußen, etas gleich in der Sporthalle jedoch ohne Wind mit hohen Luftfeuchtigkeit. Wie immer war es sehr herausfordert im Kimono zu schießen.

Nach dem Abendessen gegen 21:30 Uhr hat die Organisator angefangen, Azuchi und Shajo zu bauen. In der Zwischenzeit habe ich mit Laurence über den gesamten Ablauf für nächsten 2 Tagen gesprochen. Die Bauarbeit ging bis 3 Uhr morgens…..

Am Samstag begann das Seminar mit den Gäste, Japanische Botschafter in Romanian und Vize-Bürgermeisterin Stadt Sibiu. Nach der Eröffnungszeremonie fand das Yawatashi mit Ite Laurence, Daiichi Kaizoe Traian (Gründer des romanischen Kyudoverband) und Daini Kaizoe Soren aus Dännmark statt. Die Teilnehmer war insgesamt 49 aus verschiedenen Ländern. Wir haben die Gruppe in zwei Shajo geteilt und unterrichtet. Am Nachmittag fand die Embu (Demonstration) in Form eines Mochimato Sharei mit Laurence, ich, Traian und Ovidiu (Präsident romanischen Kyudoverband). Abends waren wir in der Innenstadt draußen mit dem Essen lang bis Mitternacht unterhalten.

Am Sonntag eröffnete das 2. Tag mit dem Yawatashi Ite ich, Daiichi Kaizoe Ovidiu, Daini Kaizoe Konstantin (Frau von Traian) Die Gruppe bleib in dem gleichen Shajo und Lehrer wechselte da Shajo, so dass die Teilnehmer den Unterricht von dem unterschiedlichen Lehrer erhalten könnten. Leider musste ich gegen 14 Uhr das Seminar vorzeitig verlassen, da mein einzigen Flug gegen 16 Uhr abgeflogen.

Die Stadt Sibiu „Hermannstadt“ wurde ursprünglich von Deutsche errichtet und eine geheim Urlaubsort für Deutsche Tourismus. Sehr schöne historische Innenstadt mit den 100 Augen (Umluftröhren für Keller am Gebäude, die wie Augen aussieht) Es gibt sämtliche Sehenswürdigkeiten rundum Sibiu. vielleicht nehmen ich bei den nächsten Gelegenheit mehr Zeit außerhalb des Seminars umzuschauen.

Dansk Sommer-Gasshuku

schon 2. Mal fand das Gesschuku mit Däne von 12. bis 14. August in diesem Jahr in Waldniel statt. Insgesamt 10 Teilnehmer kamen abends am Freitag angekommen und nach dem Abendessen haben die Teilnehmer in der Nacht geschossen.

Am beiden Tage starteten wir mit dem Morgen Gymnastik im Dojo. Unter ca. 30 Grad haben einige Teilnehmer im Kimono geschossen und Sharei geübt. Es ist natürlich nicht die optimalste Bedingung mit dem Kimono, deshalb lohnt es sich zu üben.

Durchgehend wurden die Teilnehmer versorgt von @heikeskitchen und waren sehr glücklich mit dem Training und Essen.

Nach dem Training in Sommer…

Am 7.August hatten wir erstmal Grill im Garden nach dem Training. Die Anlass war, dass wir vom Nachbar 10x Würstchen erhalten haben, die bei der lokalen Metzger hergestellt wurden. Beim Zufall hatte Joachim einen ungenutzten Grill zuhause und direkt erst Einsatz für uns gedient. Heike hat außerdem mehrere andere Gerichte zubereitet, so dass Sie als Vegetarier auch den Grill beteiligen konnte.

NRW Meisterschaft in Aachen

Am 19.06.2022 nahmen Shige, Joachim, Sabine und Dagmar an den Nordrhein-Westfälischen Kyudo-Meisterschaften 2022 in Aachen teil. 

Nach dem Yawatashi und dem Einschießen mit zwei Pfeilen schossen wir zusammen mit Mannschaften aus Aachen, Düsseldorf, Schwerte, Bonn, Mönchengladbach und Köln in vier Durchgängen je vier Pfeile. Aachen gewann; gefolgt von Düsse  ldorf und Bonn.

Im vierten Durchgang vor der Mittagspause merkte man, trotz des im Vergleich zum Vortag abgekühlten Wetters, den Kräfteverlust vieler Teilnehmenden. Im Gemeinschaftsraum stärkten wir dann unsere Kräfte mit Getränken, Salaten und jeder Menge Obst, sowie unserem mitgebrachten Essen. In der Gastronomie nebenan gab es jedoch auch köstliches Essen à la carte. 

Im folgenden Einzelwettkampf schossen wir drei mal vier Pfeile, wobei Aachen mit Friedgar und Malte den ersten und zweiten Platz belegten. Den dritten Platz errang nach vereinsinternem Stechen Peter aus Düsseldorf.

Das konzentrierte Schießen in der beruhigenden Atmosphäre des Aachener Dojos tat uns allen gut. 

Es gab genug Zeit und Muße zum Beobachten der Ausführungen des Taihais und der Hassetsus anderer Schützen. Auch dieses Lernen durch Sehen machte die Veranstaltung für mich sehr wertvoll. 

Meine besondere   Aufmerksamkeit erforderte jedoch in jedem Durchgang die Pfeilauswahl. Eine weitere Schützin hatte – bis auf eine Kleinigkeit und die Länge –  die gleichen Pfeile wie ich. Dass meine Pfeile unter meiner Technik offensichtlich mehr gelitten hatten, machte die Unterscheidung jedoch einfacher.

In diesem schönen Dojo in angenehmer entspannter Atmosphäre mit netten und freundlichen Menschen verbrachten wir einen rundum gelungenen Wettkampftag.

Vielen Dank an die herzlichen und freundlichen Aachener.

Dagmar Ninnemann

Deutsche Meisterschaft in Berlin

Am Wochenende 25./26. Juni fand die deutsche Meisterschaft in Berlin statt. Aus unserem Verein haben drei Teilnehmer (Beate, Michael, Shige) die Veranstaltung teilgenommen und alle die Sempai-Meisterschaft angetreten. In diesem Jahr haben die Teilnehmer insgesamt 10 Pfeile geschossen. zum Schluss hat Shige den 1. Platz mit 8/10 Treffer erreicht. Es war richtig warm und feucht in der Halle (gefühlte über 35 Grad) deshalb waren alle Teilnehmer erfolgreich im Kimono durchzuhalten.

Pfingsten Gasshuku

vom 4. bis 6. Juni fang das Gasshuku mit den Teilnehmer aus Frankfurt statt. Das Wetter war hervorragend angenehm durch Wochenende.

Am 1. Tag kamen die Teilnehmer um die Mittagszeit zusammen und gemeinsam mit Sharei das Gasshuku begonnen. Am Nachmittag waren wir durch die Stadt spazieren vor dem Abendessen. In der Nacht haben wir wie immer in Casual Stil geschossen.

Am 2. Tag kamen vier weitere Teilnehmer aus unseren Verein zur Materialkunde, die von Michael und Beate vorgetragen wurde. Es hat kurzeitig richtig gegossen und war sehr schöne Ambiente im Regen zu schiessen aber nicht wirklich amused in Regel die Pfeile abzuholen.

Am 3. Tag hatten wir nach dem Frühstück erst gemeinsam die Gartenpflege gemacht und weiterhin im Kimono geschossen.

Freundschaftstreffen in Nuenen NL

Am Sonntag den 22.05.22 hatten wir ein Freundschaftstreffen in Nuenen NL zwischen den zwei Partner-Dojo (Ryu-Sui-Kan in Waldniel und Kyo-Ren-Kan in Nuenen) organisiert. Aus unseren Verein kamen Dagmar, Joachim (und seine Frau) und Ton zuammen.

Das Dojo in Nuenen wurde in 2013 errichtet im Privat-Grundstück und ist eine schönste Dojo in NL. Es war sehr schönes Treffen mit den netten Leute, die natürlich alle Deutsch sprechen und verstehen und herrliches Wetter.

Nach dem gemeinsamen Training hatten wir im Garten schönes Mittagessen + Spaziergang durch den riesigen Garten (über 3500m2) genossen.

The „black“ Azuchi Project

am 7.5. haben wir das Azuchi umgebaut. Bis jetzt hatten wir „normal“ Sand und Lehm Mischung in dunkelbraun. Wir wollen das nun sehr schwarz. morgen kam 1m3 bassalt sand, erst wurde 1m3 Sandschicht ausgetragen und neue Treppen-Form hergestellt. Anschließend haben wir neue Sand mit den mehreren Händen von der Straße bis zum Azuchi (ca. 100m Strecke) transportiert und neue Schicht drauf gemacht. ca. 4 Stunden später haben wir neues Azuchi in Black. Die Oberfläche ist deutlich härter als bisherig.

NL Gasshuku 2022

In der einer der schönsten Jahreszeit fand das Gasshuku mit Niederländer in Waldniel statt. Bereits kamen vier Personen zum Vereinstraining am Freitag. Am Samstag kam insgesamt 15 Personen (eine Person war leider corona positive getestet) gegen Mittag an und erst schönes Wetter und blühende Kirschblüte unter 18°C genossen. Die Schwerpunkte für Samstag waren TaiHai, insbesondere Nutzung von der Körpermasse in der Bewegung und im Hassetsu.

Am Sonntag haben wir Focus auf die Schießtechnik (mit dem extra Widerstand) gelegt und anschließend haben alle Teilnehmer individual Korrekturen bekommen.

Neujahrsschießen 2022

Nach ein Jahr Pause fand das traditional Neujahrsschießen am Ryu-Sui-Kan Kyudojo mit 12 Teilnehmern unter dem frühlingshaften Temperatur von 14 Grad statt.

Wie immer haben die Teilnehmer insgesamt 10 Pfeilen (2+4+4 Pfeile pro Durchgang) geschossen.

Die Ergebnisse sind den 1. Platz Michael 9/10 Treffer, 2. Platz Beate 8/10 Treffer, 3. Platz Giesela 5/10 Treffer nach dem Stechen mit Sabine.

In der Pause wurden die Kuchen und die Suppen für die Teilnehmern angeboten. Nach der Pause fand das 2. Teil „Mato-Asobi – Zielspiel“ statt.

Mato 1: Jahresmato mit zwei goldenen Tieger-Augen, Mato 2: Goldene Mato (Kinteki) 9cm Durchmesser, Mato 3: Silber-Gold Matos.

Die Schützen, die beim 1. Teil wenig getroffen hat, könnte das Zielspiel beginnen. Die zweite Schütze Mari hat gleich mit dem 1. Pfeil die Goldene Mato getroffen. Die dritte Schütze Andrea hat ebenfalls den 1. Schuss auf Mini-Silber-Mato getroffen.

Die 1. Durchgang zum Jahresmato hat leider niemand getroffen. Deshalb kam jetzt die zweite Durchgang. Mari trifft dien Tieger`s Bart. Beim 3. Durchgang auf der Jahresmato hat Dennis an der Backen vom Tieger getroffen.

International Online-Taikai 2021

Am Samstag, 6. November hatten wir die besondere Freude, als einziges deutsches Team an einem internationalen Online-Wettkampf teilzunehmen. Mit dabei einige Stars des Kaiser- und Könige-Cups, Japan, nebst mehrfacher Stilpreisträger sowie der diesjährige Weltchampion. 
Um 10.30 Uhr ging es bei strahlendem Sonnenschein und frischen neun Grad für uns los. Die Teilnehmer aus Japan, Hong Kong, Frankreich und Russland, gingen ebenfalls an den Start.

Per Video-Schalte rückten die Kyudoka rund um den Globus zusammen. Nach einer herzlichen Begrüßung in Landessprache startete der Wettkampf. Geschossen wurde in zwei Gruppen, sodass man in den Pausen per Video in die Dojos der Teilnehmer blicken und ihnen beim Schießen zusehen konnte. Ein tolles Erlebnis. Den Waldnieler Verein vertraten Shige, Joachim, Dagmar und Sabine. 
Geschossen wurden drei Runden mit je vier Pfeilen. Von den 16 teilnehmenden Teams belegten wir den 6. Platz! Ein tolles Ergebnis und noch schöneres Erlebnis. Wir sind gern wieder dabei.

Deutsche Meisterschaften 2021 in Berlin

Wenn schon, Zen schon!

Mit den Bögen weit aus dem Fenster ragend, bahnt sich das Taxi den Weg durch den dichten Berliner Innenstadtverkehr. „Geht’s zu einer Demo?“, fragt der Taxifahrer, der die langen, mit Textil umwickelten Stöcke zunächst für eingerollte Banner hält. „Nein, zum Bogenschießen.“
Dann mustert er uns und stellt fest, dass wir in Hakama und Gi beziehungsweise Kimono unterwegs sind. Ach so, japanisches Bogenschießen, davon habe er tatsächlich schon mal gehört. „Hat das nicht auch irgendwas mit Zen zu tun?“

Irgendwie ja und irgendwie auch wieder nein, möchte man antworten. Das Odeur, was einem beim Betreten der Pankower Sporthalle entgegenweht lässt diesen Schluss jedenfalls nicht unmittelbar zu – eine Mischung aus Adrenalin und Anspannung.  Will man sich davon nicht anstecken lassen, tut eine Prise Zen sicher gut. Ebenso nötig ist eine große Portion Vorstellungskraft, will man in seiner Wahrnehmung die Schönheit und Würde der japanischen Kimonos und traditionellen Umgangsformen in die Umgebung einer neonbeleuchteten Turnhalle retten. Strukturen und Abläufe sind klar definiert, Aufregung liegt in der Luft. Wen wundert es, ausgetragen werden an diesem Wochenende immerhin die deutschen Kyudo Meisterschaften. Dagmar und ich sind mit unserem Lehrer Shigeyasu Kameo da, wir beide nehmen dieses Jahr zum ersten Mal teil.

Am Vortag hatten bereits die Sempai-Schützen – unter ihnen auch unser Lehrer Shige – sowie später dann die Dan-Träger ihre deutschen Meister in spannenden wie beeindruckenden Wettkämpfen ermittelt. Heute sind die Schützen der Kyu-Grade am Start. Für mich der erste Wettkampf dieser Art und Größe, entsprechend aufgeregt bin ich, als die Startnummern ausgelost werden. Immerhin, ich bekomme meine Wunschstartnummer – bin Omae – was mir eine Menge Stress nimmt. Denn die Abläufe des Taihai bringen mich, je nachdem an welcher Position ich stehe, immer noch regelmäßig aus dem Konzept. Für die ersten beiden Pfeile von insgesamt zehn, die wir heute schießen, wird eine Stilwertung vergeben. Ich strenge mich also ganz besonders an, um Taihai und alle Hassetsus vorschriftsmäßig und in der besten Form zu präsentieren, die ich bieten kann. Oder vielleicht sollte ich eher sagen, die beste Form, die ich heute bieten kann. Denn schon beim zweiten Pfeil holt mich die alte Binsenweisheit ein, dass nicht jeder Tag gleich ist, oder, dass vieles ganz einfach von der Tagesform abhängt. Und die ist bei mir heute nicht die beste. Der zweite Pfeil rutscht mir im Kai von der Bogenhand und ich hebele ihn mit dem Kinn ungelenk zurück in Position. Die Stilwertung geht damit schon mal flöten, der Pfeil auch. 

In den Pausen zwischen den drei Runden haben wir, meine Vereinsfreundin Dagmar sowie die Mitstreiterinnen aus meinem Tachi, dennoch eine Menge Spaß, versuchen, einander die Aufregung zu nehmen und lachen über so manches Missgeschick. Das tun wir auch, als mir beim Abschuss die Sehne fies vor den Arm flitscht. Meine Hände sind feucht, der Bogen liegt mir heute schlecht in der Hand, ich versuche das Beste draus zu machen.
Beim letzten Pfeil – und dies ist mir in drei Jahren Kyudo noch nie passiert! – fliegt dann der Bogen gleich mit weg und landet vor dem Pult der Kampfrichter, wo ich ihn betreten aufsammele.

Warum mir das ausgerechnet auf der deutschen Meisterschaft passiert, frage ich Heike später auf dem Rückweg zerknirscht, sie hat ein wunderbares kleines Buffet auf dem Zugtischchen in unserer Mitte aufgebaut. Wir machen uns über Käse und Oliven her und sie antwortet augenzwinkernd: „Weil es zu Hause im Dojo niemand gesehen hätte!“  Die deutschen Meisterschaften seien für einen solchen Fauxpas ganz einfach der geeignete Rahmen. Wir lachen herzlich, ihre Antwort hat mich restlos überzeugt. Wenn schon, Zen schon!
Insgesamt ein wunderbares Wochenende mit vielen interessanten wie lehrreichen Eindrücken und noch mehr herzlichen Begegnungen, da bin ich gern wieder dabei!

NRW Meisterschaften 2021 in Bonn

Am 03. Oktober war es wieder so weit. Die NRW Landesmeisterschaft fand nach der Zwangspause von 2020 wieder statt und diesmal in Bonn. Unser Verein hatte 2 Teams für den Mannschaftswettkampf angemeldet. Dagmar, Joachim und Sabine bildeten ein Team und das andere bestand aus Jonas, Shige und mir. Für manche von uns war es ein Wettkampf von vielen, für andere das erste Mal. Und obwohl ich mich weder zu der einen noch zu der anderen Seite zugehörig fühle, war es dennoch ein aufregendes und zugleich entspannendes Gefühl, hatte ich doch eine Pause vom Kyudo von Ende 2019 bis Anfang 2021 gemacht. Ein Faktor von vielen, der für mich im ersten Moment vor Ort ungewohnt war. Mein Bogen war frisch repariert, vor wenigen Wochen hatte ich mich noch auf die Dan Videoprüfung vorbereitet und war noch an den dazugehörigen Korrekturen am Arbeiten. Die Halle in Bonn in der ich noch nie geschossen hatte kam dann noch darauf. Dieses mulmige Gefühl verschwand allerdings recht schnell, als ich all die bekannten – und teils unbekannten- Gesichter wieder sah und plötzlich fühlte sich alles ganz gewohnt an. 

Bogen aufspannen, Pfeile in einen der schön aufgereihten Ständer und dann schnell umziehen. Kurz die Leute begrüßen und dann ging es kurz nach 10 Uhr auch schon los. Johannes aus dem Düsseldojo war der Wettkampfrichter und erklärte uns nach dem Angrüßen kurz die Modi und den Ablauf. Anschließend schoß er ein schönes Yawatashi und dann, diesmal ohne Einschießen, ging es mit dem Mannschaftswettkampf auch schon los. 

Zwischen den Heki-dominierten Mannschaften hatte ich das Gefühl, dass unsere beiden Teams im ANKF Wettkampf-Tahai etwas auffielen. Da mein Uchiokoshi und vor allem das Ausziehen des Bogens momentan mein Hauptfokus war, blieb allerdings gar nicht viel Zeit darüber nachzudenken. Ich weiß nur noch, dass die Pfeile an dem Tag nicht so fliegen wollten wie ich es gerne gehabt hätte. Dafür lief es deutlich besser für unsere Team Kollegen. Am Schluss konnten wir zwar nicht einen der ersten drei Plätze ergattern, aber ich bin dennoch zufrieden und habe den Eindruck, dass jeder von uns Spaß hatte. Platz Eins errang das Team aus Aachen und Platz 2 und 3 gingen jeweils an Schwerte I und II. 

Nach einer etwas unerwartet späten Pause ging es dann um 15 Uhr weiter mit dem Einzelwettkampf für den sich von uns nur Shige qualifizieren konnte. Hier möchte ich anmerken, dass ich von der Zielgenauigkeit der Schützen an dem Tag erstaunt war. Trotz coronabedingten Trainingsschwierigkeiten gab es sehr viele 4/4 Treffer und viele der Schützen waren in Topform. Und so kam es, dass der Einzelwettkampf nach fast jedem Durchgang unterbrochen werden musste, damit mittels Stechens die Sieger der nächsten Runde ermittelt werden konnten. An Spannung kam es den Zuschauern also nicht zu kurz. 

Im Finale standen sich dann Malte Negendank und Shige für den ersten und zweiten Platz gegenüber während Sebastian Nigge und Christoph Bata um den dritten Platz schießen mussten. Vor jedem Schuss hätte man eine Nadel quer durch die Halle fallen hören können, so leise war es, da gefühlt jeder seinen Atem angehalten hat. Sebastian und Malte konnten sich jeweils nach zwei Runden Stechen durchsetzen, sodass Platz 3 von Sebastian, Platz 2 von Shige und Platz 1 von Malte belegt wurden. Ich hätte gerne jeden der behauptet, dass Bogenschießen langweilig ist dort hingesetzt und eines Besseren belehrt.

Nach dem Wettkampf kam die Siegerehrung, danach das Abgrüßen und abschließend noch der Abbau der Geräte.

Und so endete auch schon ein Wettkampf während einer ungewohnten Zeit, welcher sich gleichzeitig gewohnt als auch befremdlich anfühlte. Mit vertrauten Gesichtern unter ausdruckslosen Masken, die alle ihr bestes taten um Kyudo so normal wie möglich ausüben zu können.

  • Mike Enders

Dansk+ Gasshuku 2021

am letzten September-Wochenende kamen acht Schützen aus Kopenhagen, drei aus Berlin und eine aus Hamburg nach Waldniel zusammen.

Bereits am Freitag reisten alle Gasshuku-Teilnehmer nach Waldniel an und gemeinsam miteinander zwischen unseren Mitglieder und den Gästen begrüßt und an der Feuerstelle eine gemütliche Runde gemacht.

Am 1. Tag haben wir erst in Kimono das TaiHai „intensiv“ geübt. Am Nachmittag haben wir durchgehend mit dem Thema Schießtechnik beschäftigt. Es war auffällig, dass viele Teilnehmer falsches Zielbild hatten und so schwer getan haben diese umzustellen. Aus diesem Grund wurden zusätzlich Theorie Stunden über Einflüsse für Trefferbild gemacht.

Am 2. Tag begann das Gasshuku wieder mit dem TaiHai in Kimono, um die Vortagskorrektur umzusetzen. Die Berliner müssten direkt nach dem Mittagsessen auf dem Heimweg sein. Am Nachmittag hatten wir keine Wettkampfsübng gemacht.

Sommer Gasshuku 2021

Am 28./29. August fand das Sommer Gasshuku mit den Gäste aus Frankfurt in Ryu-Sui-Kan Kyudojo in Waldniel statt. Es war aber relative frisch für den Sommer aber alle Teilnehmer haben angenehm im Kimono das Sharei praktiziert.

Am Sonntag fand die Kyu-Prüfung statt. Shintaro hat erfolgreich den neuen Grad 3.Kyu erreicht. Anschließend haben wir den Wettkampf trainiert. Jede schätzt die gesamte Trefferzahl von gesamten geschossenen Pfeile vor dem Wettkampf. Shintaro schätzte 2 Pfeile mehr als das Ergebnis. Damit hat er nicht nur die Prüfung bestanden, sondern auch das Wettkampfspiel auch gewonnen.

1. Gasshuku des Jahres 2021

am 17./18. Juli fand das 1. Gasshuku 2021 mit den Gäste aus Hamburg in Waldniel statt. Obwohl wir in Viersen sehr niedrige 7-Tage Inzidenz hatten (unter 10/100.000 Einwohner), hatten alle Teilnehmer vorab getestet.

Das Wetter spielte auch mit, insbesondere am Sonntag mit dem Kimono-Training 😉 Mit 26°C war es noch sehr angenehm im Vergleich zum Vorjahr unter 33-34°C.

Neujahrsschießen 2021

erstmal fand das Neujahrsschießen ohne Teilnehmer im Ryu-Sui-Kan Dojo am 1.1. statt.

Der Dojo-Leiter hat die Eröffnung des Jahres in Form einer Sharei (Zeremonie im Kimono) durchgeführt mit der Hoffnung, dass alle weiterhin Gesund bleiben und die Corona-Pandemie bald vorbei geht.

Wir hoffen, dass wir bald wider zusammen im Dojo das Training, das Seminar oder das Gasshuku machen und gemeinsame Zeit mit dem Kyudo erleben können.

Frohes Neues 2021!

Denke ich an das Kyudo Jahr 2020…

…so ist mir vor allem ein Tag besonders im Gedächtnis geblieben. Ein spätsommerlicher Tag im September. Den ersten Lockdown hatten wir bereits hinter uns und der Sommer machte Training, Vereinsaktivitäten und Wettkämpfe – zumindest eingeschränkt – wieder möglich. So auch unsere Teilnahme am Corona-Cup in Düsseldorf – ein Enteki-Mannschaftswettkampf in der Nähe der Rheinwiesen.

Der Himmel ist bereits bei Ankunft am Morgen strahlend blau. In der Wiese hängt noch Tau. Die Matos sind 60 Meter weit entfernt, ich habe noch nie auf diese Distanz geschossen. Dagmar auch nicht. Shige zeigt uns daher, auf was wir alles achten müssen. Nie hätte ich gedacht, dass meine Pfeile so weit würden fliegen können und schaue ihnen staunend nach, wie sie losgelöst der Septembersonne entgegensegeln. Herrlich.
Es scheint fast, als seien alle an diesem Tag gut gelaunt, glücklich, dass ein solches Zusammenkommen vieler Menschen und Vereine überhaupt möglich ist. „Winter is coming“ hängt an diesem Spätsommertag bereits in der Luft. Vielleicht ist er aber auch genau deshalb so schön.
Dagmar belegt mit ihrer Mannschaft schlussendlich sogar den ersten Platz und Christoph den zweiten. Ein toller Erfolg für unseren Waldnieler Verein. Den feiern wir am Abend ausgelassen in der Düsseldorfer Innenstadt. In einem Restaurant! Mit mehr als zwei Haushalten an einem Tisch. Was für ein rundum schöner Tag.

Online Seminar in Kopenhagen

Ursprünglich hätte das Seminar in Kopenhagen am 17./18. Oktober stattfinden. Da die Stadt und Umgebung Kopenhagen das Risikogebiet geblieben war, stellte das Seminar spontan „Online“ statt „Offline“ um. Die Austragungsorte wurde gesplittert im Ryu-Sui-Kan Kyudojo in Waldniel und in der Sporthalle in Kopenhagen.

am 1. Tag wurde das Seminar wie gewohnt mit Yawatashi begonnen jedoch im Dojo in Waldniel und dann die Aufnahme wurde live in Kopenhagen übertragen. Anschließend haben die Seminar-Teilnehmer in Kopenhagen geschossen. So lief das Seminar weiter. Es ist natürlich die Einschränkung für den Unterricht, da das Kamera nur eine Richtung permanent aufnimmt oder manchmal die Internetverbindung verlangsame geworden war. Man musste die Themen aussuchen oder improvisieren innerhalb den limitieren Rahmenbedingungen.

Die Teilnehmer waren durchaus begeistert, da das Seminar nicht komplett ausgefallen war und viele Teilnehmer haben erstmal mich egal persönlich oder im Internet kennengelernt haben. Es war all Fälle eine gute Erfahrung in der Form das Seminar durchzuführen. Möglicherweise wird es die Geschichte in der Zukunft, welche das Seminar grundsätzlich per Online stattfindet und nur gelegentlich persönlich stattfindet.