Kyudo-Herbstseminar in Apeldoorn 2026

Am ersten Oktoberwochenende fand im niederländischen Apeldoorn wieder das Kyudo-Herbstseminar statt. Ausgerichtet wird es für die Kyudo-Schützen der Niederlande, doch wie jedes Jahr dürfen sich auch Gäste aus dem Ausland glücklich schätzen, daran teilzunehmen. Unser Verein Kyudo in Waldniel e.V. war diesmal mit fünf Schützen vertreten. Insgesamt nahmen 50 Schützen aus den Niederlanden, Belgien, Deutschland und Frankreich teil.

Als Lehrer waren Frédéric Demangeon Sensei (Kyoshi, 6. Dan) und Régine Graduel Sensei (Renshi, 6. Dan) aus Frankreich sowie Shigeyasu Kameo Sensei (Kyoshi, 6. Dan), Waldniel, eingeladen. Die Gelegenheit, an zwei Tagen von drei so hoch graduierten Sensei zu lernen ist ein großer Glücksfall, entsprechend groß war unsere Vorfreude. 

Einer der inhaltlichen Schwerpunkte war die Frage, wie man den eigenen Körper und die individuelle Statur optimal nutzt, um den Bogen zu öffnen. Es ging darum, mit dem Körper und mit dem Bogen zu arbeiten statt gegen sie: Die Kraft über das Knochengerüst zu leiten, statt sie mit Muskeln zu erzwingen, und dabei die individuellen Voraussetzungen jedes Schützen als Stärke zu begreifen. Gerade dieser Teil hat mich nachhaltig beschäftigt. Ich habe daraus eine Reihe lebendiger Bilder mitgenommen, die mir im Training nun als Orientierung dienen.

Ebenso wertvoll waren für mich die Korrekturen der beiden französischen Sensei. Inhaltlich war mir das meiste geläufig; vieles davon vermittelt mir Shige Sensei seit Jahren. Und doch kann es erstaunlich viel bewirken, dasselbe aus dem Mund eines anderen Lehrers zu hören. Eine neue Perspektive oder ein anderes Bild können etwas erschließen, das man verstanden zu haben glaubte.

Zwei Tage mit Menschen zu verbringen, die den Weg des Bogens mit derselben Freude gehen, habe ich als große Bereicherung erlebt. Viele der Gespräche am Rande wirken noch immer nach.

Im kommenden Jahr bin ich sehr gern wieder dabei.

(Sabine Kückemanns)